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Gebundener Fallschutz oder loses Schüttgut unter dem Spielgerät?
Der Fallschutz entscheidet über einen erheblichen Teil der Bau- UND der Unterhaltskosten - und er wird in der Planung regelmäßig unterschätzt. Beide Systeme erfüllen die DIN EN 1177, verhalten sich im Betrieb aber grundverschieden: Sand ist billig im Einbau und teuer in der Pflege, Fallschutzplatten sind teuer im Einbau und günstig im Unterhalt. Der Vergleich rechnet beides über den Lebenszyklus.
| Kriterium | Fallschutzplatten (gebunden) | Sand (loses Schüttgut) |
|---|---|---|
| Schichtaufbau | Produktgeprüfte Platte (je nach Fallhöhe ca. 30-115 mm) auf tragfähiger, wasserdurchlässiger Unterkonstruktion - der Unterbau ist Teil des Prüfnachweises und darf nicht wegrationalisiert werden | Gewaschener, rundkörniger Sand 0,2-2 mm ohne Schluffanteil; 300 mm für 2 m, 400 mm für 3 m Fallhöhe (Prüfschichtdicke plus 100 mm Zuschlag für Verlagerung) |
| Anschaffung | Hoch: Platte plus Tragschicht und Randeinfassung; die Unterkonstruktion macht oft die Hälfte des Preises aus | Niedrig: Material und Einbau sind günstig, der Aushub bleibt der größte Posten |
| Pflegeaufwand | Gering: Sichtkontrolle, Fugen und Randabschlüsse prüfen, Bewuchs entfernen; keine Schichtdicken-Kontrolle nötig | Hoch und dauerhaft: regelmäßig auflockern (verdichteter Sand dämpft messbar schlechter), Fehlmengen unter Rutschenauslauf und Schaukel ausgleichen, Fremdstoffe entfernen, alle paar Jahre austauschen |
| Kosten über 15 Jahre | Planbar: hohe Anfangsinvestition, danach fast nur Kontrolle - der Vorteil wächst mit jedem Betriebsjahr | Trügerisch: Der niedrige Einbaupreis wird durch Auflockern, Nachfüllen und Austausch über die Jahre eingeholt bis überholt |
| Barrierefreiheit | Befahrbar: Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen kommen bis ans Gerät - Voraussetzung für jedes inklusive Spielplatzkonzept | Nicht befahrbar; inklusive Zugänge erfordern zusätzliche befestigte Wege oder Plattenstreifen im Sandfeld |
| Hygiene & Akzeptanz | Unproblematisch: keine Verunreinigung durch Tierkot, keine Glasscherben im Untergrund | Bekanntes Elternthema: Katzen- und Hundekot, Scherben, Zigarettenkippen; Abdeckung oder Einzäunung hilft, kostet aber wieder |
| Spielwert | Keiner - die Fläche ist reiner Untergrund | Hoch: Sand ist selbst Spielmaterial. Das ist das stärkste Argument für Sand und der Grund, warum er im Kleinkindbereich seine Berechtigung behält |
| Optik & Klima | Technisch; farbig gestaltbar, heizt sich in praller Sonne spürbar auf | Naturnah, bleibt kühl, fügt sich in Park- und Kita-Konzepte |
Die ehrliche Rechnung entscheidet: Wer nur die Baukosten vergleicht, wählt Sand - wer den Betriebshof und 15 Jahre Unterhalt einrechnet, landet bei Platten. In der Praxis hat sich die Mischung durchgesetzt: Fallschutzplatten unter den wartungsintensiven Punkten (Schaukelauslauf, Rutschenende, Karussell) und dort, wo Barrierefreiheit gefordert ist - Sand als Spielfläche im Kleinkind- und Matschbereich, wo er selbst zum Spielmaterial wird. Hackschnitzel und Rindenmulch liegen preislich und im Aufwand dazwischen, verrotten aber und müssen regelmäßig ersetzt werden.
Fallschutzplatten (gebunden), wenn:
Kommunale Anlagen mit knapper Personaldecke im Bauhof, inklusive Spielplätze, hohe Frequenz, Schaukel- und Rutschenausläufe, Innenstadtlagen
Sand (loses Schüttgut), wenn:
Kita- und Kleinkindbereiche mit Sand als Spielmaterial, naturnahe Konzepte, kleine Budgets mit vorhandener Pflegekapazität
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