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Bestand ertüchtigen oder komplett neu planen?
Abgesperrte Geräte, kahle Flächen, wachsende Mängelliste aus der Jahresinspektion - irgendwann steht bei jedem Spielplatz die Grundsatzfrage an: Stecken wir weiter Geld in den Bestand oder planen wir neu? Beide Wege können richtig sein. Entscheidend sind der Zustand der Substanz, die Förderkulisse und das, was der Platz in zehn Jahren leisten soll.
| Kriterium | Sanieren (Bestand ertüchtigen) | Neu bauen (Gesamtkonzept) |
|---|---|---|
| Kosten | Meist deutlich günstiger, solange Fundamente und tragende Teile intakt sind: Ersatzteile, einzelne Neugeräte, Fallschutz erneuern | Höhere Einmalinvestition - dafür planbare Folgekosten und keine Überraschungen aus der Altsubstanz |
| Zeit bis zur Wiedereröffnung | Schnell: Ersatzteile und Einzelgeräte sind oft in Wochen umgesetzt, der Platz bleibt teilweise nutzbar | Länger: Planung, Beteiligung, Ausschreibung und Bau brauchen je nach Umfang eine bis mehrere Saisons |
| Sicherheit & Normen | Mängel aus der Inspektion werden abgestellt; Kernfrage ist, ob sich der Bestand mit vertretbarem Aufwand auf sicheren Stand bringen lässt | Alles auf aktuellem Stand der DIN EN 1176/1177 - vom Fallschutz bis zu den Sicherheitsabständen, ohne Kompromisse im Detail |
| Fördermittel | Für reine Instandhaltung gibt es selten Zuschüsse - sie gilt als laufende Betreiberaufgabe | Neu- und Umgestaltung sind der klassische Förderfall (Städtebauförderung, Dorferneuerung, LEADER, Stiftungen) - erst bewilligen lassen, dann bestellen |
| Konzept & Zielgruppen | Das alte Layout bleibt: Zielgruppen, Zonierung und Barrierefreiheit lassen sich nur begrenzt nachrüsten | Freie Hand für Inklusion, Alterszonierung, Schattenplätze und Beteiligung - der Platz wird neu gedacht statt geflickt |
| Nachhaltigkeit | Substanz weiternutzen ist ressourcenschonend; gute Geräte verdienen ein zweites Leben mit neuen Verschleißteilen | Chance auf langlebige Materialien und wartungsarme Konstruktionen - entscheidend ist die Lebenszyklusbetrachtung |
Die ehrliche Grundlage ist der Befund der letzten Hauptinspektion plus ein Blick auf die Fundamente: Sind tragende Teile und Gründungen gesund, ist die Sanierung mit gezielten Neugeräten meist der wirtschaftlichste Weg. Sind Substanz und Konzept am Ende - oder winkt eine Förderkulisse mit hoher Quote - rechnet sich der Neubau schnell. Häufig gewinnt der Mittelweg: Bestand sichern, in Etappen erneuern und die Neugestaltung als gefördertes Projekt aufsetzen.
Sanieren (Bestand ertüchtigen), wenn:
Solide Substanz mit Einzelmängeln, knapper Haushalt, schnelle Wiedereröffnung, funktionierendes Grundkonzept
Neu bauen (Gesamtkonzept), wenn:
Marode Fundamente oder auslaufende Ersatzteilversorgung, neues Zielgruppen-/Inklusionskonzept, laufendes Förderprogramm
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